Ich mache mir einen Kaffee und setzte mich hin. Erstmal nehme ich mein kleines Notizbuch. Seitdem ich angefangen habe minimal Tagebuch zu schreiben, schreibe ich auch zwischendurch wieder öfter. Es muss noch etwas raus aus meinen Gedanken bevor ich arbeiten kann. Ich kritzle kurz im Stehen meine Gedanken zu Papier während die Maschine laut die Kaffeebohnen mahlt.
Es war so wunderschön im Kurzurlaub in unserem Ferienhaus. Es war kurzfristig nicht von Feriengästen gebucht und so haben wir meinen Bruder, Schwägerin und meine kleine Nichte eingeladen, ein paar Tage mit uns Bullerbü-Feeling zu tanken. Und es war wirklich eine ganz wundervolle Auszeit!J etzt sind wir wieder zurück und ich habe einige Emails und Todos, die einfach liegen geblieben sind. An dieser Stelle auch ein dickes Entschuldigung, falls ich schon länger auf eure Buchbestellung wartet. Ich gehe gleich zur Post… Zack, da ist es. Beides Gleichzeitig. So schön und so stressig.
Als selbstständig von zu Hause arbeitende Mama, fühle ich ständig beides: Die unglaubliche Dankbarkeit, dass ich echt diese glückliche Person sein darf, die ich bin! Ich darf von zu Hause arbeiten, Dinge tun die mir zum großen Teil Freude bereiten und verdiene damit wirklich echtes Geld von dem ich wirklich echtes Essen für meine Familie kaufe. Ich bin so flexibel und frei und gesegnet mit meinem bunten Blumenstrauss an Tätigkeiten. Und eigentlich sollte ich hier einfach einen Punkt machen. Aber mit euch bin ich ehrlich – nachdem ich gelernt habe mit mir selber ehrlich zu sein. Und Dinge gleichzeitig zu fühlen, Spannungen wahrzunehmen. Das eine nimmt dem anderen nämlich nichts weg. Es steht nur einfach daneben.
Meine Situation ist so gut, dass ich mich kaum vor mir selber traue mich zu beschweren. Doch oft fühle ich diese Schwere der gleichzeitigen Verantwortung, der tausend Aufgaben, die mich in entgegengesetzte Richtungen ziehen. Und es erleichtert mich – und vielleicht ja auch dich – sie nebeneinander stehen zu lassen. Und es einfach so anzuerkennen wie es ist: Wundervoll und manchmal schwierig.
Denn immer wenn ich einen Moment – zum Beispiel die Zeit im Ferienhaus – ganz bewusst genieße und ganz da bin und unabgelenkt ein Buch lese, mit meinen Kindern spiele oder einen Abend Wein trinke bedeutet das auch, dass ich Nachrichten lange nicht beantworte, Emails nur quer lese und alles warten lasse was mit Erwerbsarbeit zu tun hat. Das ist immer eine mehr oder weniger bewusste Entscheidung und wenn ich nicht gut auf meine Gedankenwelt aufpasse kann ich in die Falle tappen, mich zu jeder Zeit anzuklagen. Entweder dafür zu viel oder zu wenig zu arbeiten. Oh, an diesem Ort habe ich schon viel zu viel Zeit verbracht …
Diese Entscheidungen immer wieder bewusst und nach bestem Wissen und Gewissen zu treffen, ist das Schwere am selbstständigen, flexiblen Arbeiten. Wann was dran ist, was wichtiger und dringlicher ist und das eine vom anderen zu entscheiden, liegt immer bei mir. Das ist super schön und super stressig.
Puh, ich klappe mein Notizheft zu. Ich lächle und atme tief durch. Was für eine Freiheit und was für eine Verantwortung. Beides darf sein. Gleichzeitig. Mein Kaffee liegt warm in meiner Hand. Die Sonne scheint durchs Fenster, meine beiden Großen haben Ferien und spielen in ihrem Zimmer. Ich beantworte jetzt Emails. Gleichzeitig. Und mache es mir gemütlich in der Mitte des Lebens, mitten in den Spannungen der Welt und meines Alltags. Es ist schön hier.
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Einfach genau zum richtigen Zeitpunkt! Danke, das musste ich lesen! Na dann genieße ich mal beides 😀
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Ich freue mich jedes Mal über deine Post. Diese Spannung ist manchmal echt schwer, aber ohne die Freiheit zu entscheiden möchte ich auch nicht sein.
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